"Heiß, kalt, spritzig oder gefährlich"

In Wies luden engagierte Lehrer wieder Schüler und Eltern ins Gasthaus: Unter dem Motto "Pub Science" präsentierten sie Experimente aus der Naturwissenschaft.

AHS-Lehrer Erich Reichel erklärt seinen gespannten Zuhörern einen Versuch mit elektrischen Teilchen

Foto © Pachernegg

AHS-Lehrer Erich Reichel erklärt seinen gespannten Zuhörern einen Versuch mit elektrischen Teilchen

Wir experimentieren direkt am Wirtshaustisch", so leitete Erich Reichel, Mitglied des Veranstaltungs-Teams, den diesjährigen Pub Science-Abend in Wies ein. Zum zweiten Mal gestaltete die Hauptschule Wies mit fünf Pub Science-Mitgliedern einen abwechslungsreichen und pädagogisch ansprechenden Abend.

"Unterricht soll in erster Linie Spaß machen. Da liegt es nahe, die Wissenschaft ins Wirtshaus zu tragen", so Reichel. Das Team des Pub Science besteht aus fachkundigen Physik- und Chemielehrern verschiedener Schulen. Die experimentierfreudigen Pädagogen wollen mit ihrem Engagement das Image der Naturwissenschaften aufbessern und ihrer Leidenschaft für das Unterrichten nachgehen. In Wies haben die Hauptschullehrer und die Pub Science-Lehrer zwei Schwerpunkte gesetzt. "Wir machen viele Experimente, aber es gibt auch ein Mathematik-Casino. Dabei sollen anhand von Lernspielen die Grundrechnungsarten trainiert werden. Für die besten Rechnerkünstler des Abends gibt es Preise", erklärte Roswitha Seehofer, Direktorin der Hauptschule Wies.

Die versuchserprobten Lehrer ließen die Schüler und Eltern aktiv an den Experimenten teilhaben. "Vorsicht! Es könnte immer heiß, kalt, spritzig oder sonst irgendwie gefährlich sein", mahnte etwa Fabian Kren seine Zuschauer. Auch die anwesenden Eltern beteiligten sich rege an den Versuchen und waren über die unkomplizierte Nachschulung erfreut. "Bei meinen Experimenten will ich die Zuschauer mit Spannung bei der Sache halten", so Reichel.

Verständlich

Der beste Weg physikalische Gesetzmäßigkeiten in den Köpfen der Schüler zu verankern, sei einen Bezug zur Alltagswelt herzustellen. So werden Elektronen anhand der Reibung eines Luftballons gegen Haare erklärt, oder ein linksdrehendes Holz wird mit einem unwuchten Autoreifen verglichen. "Die Versuche sind auf Verständlichkeit ausgelegt", erklärt Reichel.

Aufgrund der regen Beteiligung der Schüler und Eltern wird die Veranstaltung künftig jährlich stattfinden. "Ich bin sehr erfreut über das Interesse meiner Schüler. Man merkt, wie motiviert die Schüler an die Wissenschaft herangehen, wenn sie richtig präsentiert wird", freut sich Seehofer.

http://www.kleinezeitung.at/steiermark/deutschlandsberg/wies/2936090/heiss-kalt-spritzig-gefaehrlich.story